Futures-Gewinn berechnen

Futures-Gewinn berechnen mit Tickgröße, Tickwert, Punktwert, Kontrakten, Gebühren und Margin. Mit Beispielen zu ES, NQ, CL und GC.

So wird der Futures-Gewinn berechnet

Der Gewinn bei Futures hängt von drei Größen ab:

  • Wie weit sich der Kurs bewegt hat
  • Was jeder Punkt oder Tick wert ist
  • Wie viele Kontrakte du gehandelt hast

Bei einer Long-Position:

Gewinn = (Ausstiegskurs − Einstiegskurs) × Punktwert × Kontrakte

Bei einer Short-Position:

Gewinn = (Einstiegskurs − Ausstiegskurs) × Punktwert × Kontrakte

Anschließend ziehst du Provisionen und Gebühren ab und erhältst den Nettogewinn.

Die Beispiele in diesem Ratgeber beziehen sich auf US-Futures (CME), Beträge sind in Dollar. Mit dem Rechner unten schätzt du den Futures-Gewinn mit kontraktspezifischer Tickgröße, Punktwert, Gebühren und Margin.

Kontrakt wählen
Tickgröße: 0,25
Tickwert: $12,5
Punktwert: $50
Börsen-Margin: $25.861

Maintenance Margin der CME für den vordersten Kontrakt, Stand September 2026. Börsen ändern Margins oft, und Broker verlangen meist mehr – frag bei deinem Broker nach.

Trade-Daten
$

Provision für eine Richtung – für Hin- und Rückweg verdoppelt

Netto-Gewinn / Verlust

+$990,00

ROI: +3,83%

Bewegung in Punkten

+20

Bewegung in Ticks

+80

Nötige Margin

$25.861

Aufschlüsselung
Gewinn pro Kontrakt+$1.000,00
Brutto-Gewinn+$1.000,00
Gebühren gesamt-$10,00
Netto-Gewinn / Verlust+$990,00

Bewegung in Punkten: 4.520 − 4.500 = 20 Pkt. (Long)

Gewinn pro Kontrakt: 20 × $50 = $1.000,00

Brutto-Gewinn: $1.000,00 × 1 = $1.000,00

Gebühren gesamt: $5 × 1 × 2 = $10,00

Netto-Gewinn / Verlust: $1.000,00 − $10,00 = $990,00

Tickgröße vs. Tickwert vs. Punktwert

Diese drei Begriffe werden leicht verwechselt:

BegriffBedeutung
Tickgröße (Tick Size)Die kleinste Preisbewegung, die der Kontrakt machen kann
Tickwert (Tick Value)Der Dollarwert eines Ticks
Punktwert (Point Value)Der Dollarwert eines vollen Punkts

Der Zusammenhang lautet:

Punktwert = Tickwert ÷ Tickgröße

Beispiel: Bewegt sich ein Kontrakt in 0,25-Punkt-Ticks und ist jeder Tick $12,50 wert, dann ist ein voller Punkt $50 wert.

Beispiel: Tickwert beim ES

Der E-mini S&P 500 (ES) ist einer der meistgehandelten Futures-Kontrakte.

  • Tickgröße = 0,25
  • Tickwert = $12,50
  • Punktwert = $50

Wenn du 1 ES-Kontrakt bei 4.500 kaufst und bei 4.520 verkaufst:

  • Bewegte Punkte = 20
  • Dollarwert pro Punkt = $50
  • Bruttogewinn = 20 × $50 = $1.000

Betragen die Provisionen für Hin- und Rückweg zusammen $10, liegt dein Nettogewinn bei $990.

Deshalb fühlen sich Futures so stark gehebelt an: Eine relativ kleine Bewegung des zugrunde liegenden Index kann einen spürbaren Gewinn oder Verlust in Dollar bedeuten.

Beispiel: Tickwert beim NQ

Der E-mini Nasdaq 100 (NQ) hat dieselbe Tickgröße von 0,25 Punkten, aber jeder Tick ist weniger wert:

  • Tickgröße = 0,25
  • Tickwert = $5
  • Punktwert = $20

Wenn du 1 NQ-Kontrakt bei 15.000 leerverkaufst (Short) und bei 14.900 eindeckst:

  • Bewegte Punkte zu deinen Gunsten = 100
  • Dollarwert pro Punkt = $20
  • Bruttogewinn = 100 × $20 = $2.000

Darum zählt die Wahl des Kontrakts. Die Bewegung im Chart kann an verschiedenen Märkten ähnlich aussehen, der Dollarwert kann aber sehr unterschiedlich sein.

Gewinnbeispiele für CL und GC

Rohöl (CL)

  • Tickgröße = 0,01
  • Tickwert = $10
  • Punktwert = $1.000

Wenn du 1 CL-Kontrakt bei 80,00 kaufst und bei 82,00 verkaufst:

  • Bewegte Punkte = 2,00
  • Bruttogewinn = 2 × $1.000 = $2.000

Gold (GC)

  • Tickgröße = 0,10
  • Tickwert = $10
  • Punktwert = $100

Wenn du 2 GC-Kontrakte bei 1.950 leerverkaufst und bei 1.900 eindeckst:

  • Bewegte Punkte zu deinen Gunsten = 50
  • Gewinn pro Kontrakt = 50 × $100 = $5.000
  • Gesamter Bruttogewinn = $10.000

Diese Beispiele zeigen, warum Futures-Händler immer in Kontraktspezifikationen denken und nicht nur in Chartrichtungen.

Warum die Margin die Rendite so groß wirken lässt

Futures sind Margin-Produkte. Du zahlst nicht den vollen Kontraktwert im Voraus, sondern hinterlegst einen kleineren Betrag als Sicherheit, die Initial Margin.

Die Rendite (ROI) wird deshalb meist so berechnet:

ROI = Nettogewinn ÷ benötigte Margin × 100

Das lässt Gewinne sehr groß aussehen, bedeutet aber auch, dass Verluste verstärkt werden.

Beispiel:

  • Margin-Anforderung für 1 ES-Kontrakt = $25.861 (CME-Maintenance-Margin, Stand September 2026; dein Broker kann mehr verlangen)
  • Nettogewinn eines Trades = $990
  • ROI = $990 ÷ $25.861 × 100 ≈ 3,8 %

Der Index ist nicht um 3,8 % gestiegen. Diese 3,8 % sind deine Rendite im Verhältnis zur hinterlegten Margin, und der Hebel macht sie so groß. Die Margin ist auch keine Obergrenze für deinen Verlust: Springt der Markt gegen dich, kannst du mehr verlieren, als du hinterlegt hast.

Warum Gebühren bei Futures trotzdem zählen

Futures-Provisionen sind meist deutlich kleiner als die prozentualen Gebühren, die im Kryptohandel üblich sind, aber für aktive Händler fallen sie trotzdem ins Gewicht.

Gebühren werden wichtiger, wenn du:

  • kleine Bewegungen scalpst
  • häufig mehrere Kontrakte handelst
  • im Schnitt nur wenige Ticks als Ziel hast

Peilst du bei ES 4 Ticks an, beträgt die reine Bewegung nur $50 pro Kontrakt. Eine Provision von $10 für Hin- und Rückweg frisst davon sofort 20 % des Bruttogewinns.

Long vs. Short: Gleiche Rechnung, andere Richtung

Mit Futures kannst du leicht in beide Richtungen handeln.

  • Long bedeutet, du gewinnst bei steigenden Kursen
  • Short bedeutet, du gewinnst bei fallenden Kursen

Der wichtigste Fehler, den du vermeiden solltest: die Long-Formel auf einen Short-Trade anzuwenden. Bei einem Short ist die günstige Bewegung Einstieg minus Ausstieg, nicht Ausstieg minus Einstieg.

Das klingt einfach, ist aber eine sehr häufige Fehlerquelle, wenn Händler den Gewinn im Kopf überschlagen.

Häufige Anfängerfehler

Ticks und Punkte verwechseln

Eine Bewegung von 1 Punkt beim ES ist nicht $12,50 wert. Sie ist $50 wert, denn jeder Punkt enthält 4 Ticks.

Unterschiedliche Kontraktgrößen ignorieren

ES, MES, NQ, CL und GC bewegen sich in Dollar jeweils anders. Eine ähnliche Chartbewegung bedeutet nicht ähnlichen Gewinn oder Verlust.

Auf die Rendite schauen, ohne den Hebel zu respektieren

Ein stark aussehender ROI auf die Margin kann verbergen, wie viel Risiko tatsächlich eingegangen wurde.

Provisionen vergessen

Bruttogewinn ist nicht Nettogewinn. Wer häufig handelt, verändert seinen Vorteil durch Gebühren spürbar.

Futures vs. andere Trading-Rechner

Handelst du Kryptowährungen im Spot-Handel, passt der Krypto-Gewinnrechner besser, denn er konzentriert sich auf Kauf-/Verkaufsgebühren und den Breakeven-Kurs – unser Ratgeber zum Krypto-Gewinn führt Schritt für Schritt durch die Gebührenrechnung. Handelst du börsengehandelte Optionen, ist der Options-Gewinnrechner besser geeignet, weil der Optionsgewinn von Strike, Prämie und Kontraktstruktur abhängt; die Grundlagen findest du in unserem Ratgeber Optionshandel für Einsteiger.

Geht es dir um langfristiges Vermögenswachstum statt kurzfristigen Handel, nutze den Anlagerechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Futures-Gewinn hängt von Punktwert, Kursbewegung und Zahl der Kontrakte ab
  • Tickgröße, Tickwert und Punktwert hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar
  • ES, NQ, CL und GC haben jeweils eine andere Dollar-Wirkung pro Bewegung
  • Die Margin lässt den ROI größer wirken, weil Futures gehebelt sind
  • Ziehe immer die Gebühren ab, bevor du beurteilst, ob sich ein Trade wirklich gelohnt hat

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